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  • Janek Eiffler

Warum unser Körper keine Dramaqueen ist.

Glücklicherweise!

Im Grunde versucht unser Körper uns das Leben so leicht wie möglich zu machen, auch wenn sich das nicht immer so anfühlt. Bemerken wir allerdings ein großes Problem, dann hat in der Regel, der Körper schon eine Zeit lang versucht, dieses zu kompensieren.


Sicherlich hatte jeder schon mal Rückenschmerzen. In den meisten Fällen gehen diese von alleine weg und man denkt nicht mehr so sehr darüber nach. Später kommen diese dann vielleicht wieder und es wird immer schwerer oder dauert länger bis diese sich wieder normalisieren. Man braucht längere Belastungspausen, Wärmekissen, dann vielleicht Schmerzmittel oder viel später Hilfsmittel, wie z.B. einen Gürtel um sich normal bewegen zu können.

Oder man hatte deutlich Schmerzen in Knie oder Hüfte aber irgendwie waren die dann auch wieder weg. Dafür kamen später Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule.


Unser Körper kann Probleme erfolgreich kompensieren und Wege finden, Bereiche unseres Körpers zu entlasten. Dies geschieht dann auf Kosten anderer Bereiche.


Würden Sie mit einem solchem Problem zu uns kommen, stellen wir erstmal viele Fragen. Denn wenn Sie nicht gerade vom Sonntags- Fußballspiel im Amateurbereich gekommen sind, bei dem Ihnen jemand derart in die Beine gegrätscht ist, als ginge es um das Championsleaguefinale und dieser jemand auch scheinbar nicht davon ausgeht, dass Sie am Montag irgendeiner beruflichen Tätigkeit nachgehen, kommen Ihre Knieprobleme wahrscheinlich woanders her.


Ein wahrscheinlicher Ursprung ist folgender, Sie hatten eine Überlastung im unteren Rücken oder ein Problem in der Hüfte. ein Paar Wärmepflaster später waren diese irgendwie wieder weg. Dachten Sie.

Kommt es zu strukturellen Problemen im unteren Rücken oder in der Hüfte, stabilisiert der Hüftbeuger beide Zonen, in dem er sich verspannt. Dadurch wird die Beweglichkeit eingeschränkt. Das heißt, der Körper reduziert die Belastbarkeit in den Arealen. Der Muskel, der eine Wechselwirkung mit dem Hüftbeuger hat, ist der Gesäßmuskel. Wenn Sie diesen nun benutzen, hält der Hüftbeuger dagegen und hemmt die Funktion des Gesäßmuskels. Denn die Benutzung der Gesäßmuskulatur bedeutet Belastung auf dem Hüftbeuger und somit auf den Bereichen, die der Körper entlasten möchte.

Der Gesäßmuskel stabilisiert beim gehen das Becken. Dadurch wird die Beckenhälte stabil gehalten, wenn wir beim Gehen kurzfristig auf einem Bein stehen. Funktioniert der Gesäßmuskel nicht mehr richtig, da er ja gehemmt wird, sackt das Becken bei Gehen deutlicher ab und das Knie bewegt sich während des Gehens nach innen. Joggen Sie, ist der Effekt noch deutlicher. Dadurch kommt es zu einer Fehlbelastung im Knie. Da der Körper bereits die Probleme der Lendenwirbelsäule und Hüfte kompensiert, wird er wahrscheinlich nicht mehr viel machen können, außer das Bein beim Gehen immer weiter nach innen zu drehen.


Um Ihr Knieproblem also zu lösen, ist es also nötig so früh wie möglich die Ursache zu therapieren. Also schon darauf zu hören, was Ihnen Ihr Körper mitteilt.

Wenn es einen klaren Zusammenhang gibt, Sie zum Beispiel an einem Wochenende alle Zimmerdecken in einem Rutsch gestrichenen haben, und Ihnen dann die Schultern weh tun, ist das wahrscheinlich normal.


Alle anderen Beschwerden, die schleichend kommen oder ohne erkennbaren Zusammenhang, sollten Sie ernster nehmen. Auch wenn diese irgendwie von alleine verschwinden. Zumindest vorübergehend.



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